Habt ihr Eulen? Dann werdet ihr sie sicher hier finden. Wollt ihr Briefe verschicken? Nun, dann müsst ihr in die Eulerei gehen. Manchmal könnt ihr auch einfach nur hier herkommen, um nachzudenken... Einen schönen Flug noch!
Gelangweilt ging Draco die vielen Stufen der Eulerei hinauf. Er hielt einen dicken Briefumschlag mit beiden Händen umklammert, als hätte er Angst, dass er davonwehen könnte. Tatsächlich war ihm nicht wohl bei dem Gedanken, jemand könnten den Brief, den er heute morgen geschickt bekommen hat, lesen. Es war ein Brief seiner Mutter gewesen, die ihm berichtet hatte, dass die Todesser im Untergrund weiterregieren. Selbst der Dunkle Lord hielt sich versteckt. Der Brief ging auch hauptsächlich um ihn. Er wollte, dass Draco sich den Todessern anschloss und eine geheime Mission für ihn erledigt. Auch wenn er es nach außen hin nicht zeigte, so hatte Draco doch mehr Angst davor, als er zugab. Er hatte es niemandem erzählt, hatte alles, was in dem Brief stand für sich behalten. Endlich kam er oben an und rief seine braune Waldohreule zu sich herunter. Er strich ihr kurz über das Gefieder und band ihr dabei seinen Antwortbrief an das rechte Bein. Mit zitternden Händen gab er seiner Eule noch den letzten Rest seines Kekses und ließ sie dann zum Fenster heraus fliegen. Er hoffte wirklich, dass der Brief an seinen Absender zurückkam. Verzweifelt sank Draco auf den Boden und lehnte sich an die Wand. Wo sollte das nur hinführen?
Draco schüttelte den Kopf, um seine Gedanken zu ordnen. Warum machte er sich überhaupt solche Gedanken über die Zukunft? Er hatte doch bis jetzt immer alles gemeistert. Er war Kapitän der Quidditschmannschaft von Slytherin, hatte nicht die schlechtesten Noten - auch wenn das Nebensache war - und er würde bald ein Todesser werden. Und bis dahin würde er sicher noch eine Zeitvertreibung finden. Apropos Zeitvertreibung. Wo war denn schon wieder Harry-ich-bin-der-Auserwählte-Potter? Draco hatte ihn den ganzen Tag nciht gesehen, obwohl er ein paar Kurse mit ihm zusammen hatte. Es war viel zu langweilig, wenn man niemanden zum dragsalieren hatte. Vielleicht steckte er wieder in Schwierigkeiten und Dumbledor musste ihn mal wieder rausboxen. Hass kochte im jungen Slytherin auf. Er konnte nicht verstehen, was dieser leichtgläubige, alte Mann an Potter fand. Wutschnauben sprang Draco auf und schnappte sich den heutigen "Tagespropheten", den gerade eine Eule gebracht hatte. Wieder stand nur unsinniges Zeug darin. Ein Artikel über neue Angriffe der Todesser, ein paar Anzeigen über verlorene Katzen, Kröten und Zauberstäben, einige Zeitungsannoncen, worin gesagt wurde, dass im Zauberministerium Aushilfen gesucht wurden, bla bla bla. Doch eines ließ Draco aufschauen. Ein großes Bild, was ihm nur allzu bekannt war, pragte auf einer Doppelseite im Mittelteil des "Propheten". Es war das Bild seiner Tante - Bellatrix Lestrange und seines Vaters - Lucius Malfoy. Darunter stand ein langer Text, in dem hauptsächlich darüber geschrieben wurde, dass einige Gefangene des Zaubergefängnisses Askaban getötet wurden und fünf Todesser verschwunden seien. Darunter auch Bellatrix und Dracos Vater. Draco war es ein Rätsel, wie sie den Dementoren entkommen waren, doch eigentlich war bei diesen begabten Zauberern nichts mehr unmöglich. Sie beherrschten die Dunklen Kräfte unglaublich gut. Kein Wudner, sie hatten sie auch vom Dunklen Lord persöhnlich beigebracht bekommen. Draco atmete erleichtert auf. Wenigstens ging es ihnen gut. Nicht dass er sich große Sorgen gemacht hatte, doch wenigstens wusste er so, wa sihn zu Hause erwartete - zumindest das gröbste. In diesem Moment erklangen Schritte auf der Treppe, die zur Eulerei hinaufführten. Es waren Profesor Snape und Pnsy Parkinson, die sich unterhielten. Draco machte die Worte "Elternbrief" und "Bestrafung", sowie "Nachsitzen" aus. Pansy war nicht gerade das, was man unter "hünscher Musterschülerin" verstand. Sie hatte fettige, schwarze Haare und ein Schweinsgesicht. Wäre ja nicht weiter schlimm gewesen, würde sie nicht ständig an Dracos Seite kleben. Draco wusste, dass sie in ihn verschossen war. Man brauchte wohl nicht zu erwähnen, dass das nicht auf Gegenseitigkeit beruhte. "Das hat mir gerade noch gefehlt", murmelte er verärgert und rannte die Treppe herunter. "Guten Tag Mister Malfoy", begrüßte Snape ihn aalglatt. "Tag, Professor", sagte Draco kurz angebungen und stürmte die Treppe herunter, bevor Snape ihn wieder zurückrufen konnte. Draco mochte ihn von allen Lehrern am meisten, was wohl auch daran lag, dass Snape die dunklen Künste beherrschte, doch er wollte Pansy auf keinen Fall einen Anlass geben, irgendeine Regung von ihm falsch zu deuten. Draco beschloss kurzerhand in die Große Halle zu gehen. Vielleicht war das Abendessen noch nicht vorbei.